Dirigent · Komponist · Musikdesigner

Stephan Dominikus Wehrle wurde 1986 in Budapest (Ungarn) geboren und lebt seit 1999 in Deutschland. Der Dirigent, Komponist und Musikdesigner verbindet in seiner künstlerischen Arbeit die Tradition klassischer Orchesterliteratur mit zeitgenössischen Kompositionsformen und interdisziplinären Ansätzen. Sein besonderes Interesse gilt der Verbindung von Musik, bildender Kunst und digitalen Medien sowie der Entwicklung außergewöhnlicher Konzertformate.

Stephan Dominikus Wehrle

Seine musikalisch-künstlerische Ausbildung absolvierte Wehrle an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen und der Hochschule Furtwangen im Studiengang Musikdesign mit den Schwerpunkten Komposition und Musiktheorie. Zu seinen Lehrenden zählten Prof. Florian Käppler, Prof. Norbert Fröhlich und Prof. Bruno Friedmann. Anschließend vertiefte er seine künstlerische Ausbildung im Masterstudiengang Design mit dem Schwerpunkt Künstlerische Konzeption an der Hochschule Reutlingen bei Prof. Henning Eichinger, das er mit dem Master of Arts abschloss.

Bereits während seiner Studienzeit beschäftigte sich Wehrle intensiv mit experimentellen Klangkonzepten, neuen Notationsformen und der Wechselwirkung zwischen Musik und anderen künstlerischen Disziplinen. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit entstanden Arbeiten für Film, Theater und audiovisuelle Medien sowie intermediale Installationen und Klangexperimente.

Seine dirigentische Laufbahn führte ihn zu verschiedenen Orchestern und Ensembles in Baden-Württemberg. Von 2017 bis 2022 war er musikalischer Leiter des Musikvereins Sunthausen. Darüber hinaus arbeitete er mit dem Martinskollegium Pfullingen, mit dem er unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach und Joseph Haydn zur Aufführung brachte.

Einen besonderen Schwerpunkt seiner Arbeit bildet die Entwicklung und Leitung größerer sinfonischer Konzertprojekte. Im Jahr 2020 realisierte Wehrle mit seiner Sinfonie Harmonie der Sphären ein interdisziplinäres Konzertprojekt, das musikalische Strukturen mit mathematischen Gesetzmäßigkeiten und Phänomenen der Natur verbindet. Die Uraufführung in der Reutlinger Marienkirche vereinte Orchester, Chor und Klangkunst.

Im November 2022 leitete er Aufführungen von Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem in Reutlingen und Metzingen. Aus diesem Projekt ging die Sinfonia Reutlingen hervor, deren künstlerische Leitung er übernahm. Mit dem Orchester widmete er sich sowohl bedeutenden Werken des klassischen und romantischen Repertoires als auch eigenen Kompositionen. Im Februar 2025 brachte er seine 2023 entstandene sinfonische Dichtung Die sieben Tore von Reutlingen zur Uraufführung. Das siebensätzige Werk setzt sich musikalisch mit der Geschichte der ehemaligen Stadttore Reutlingens auseinander. Im selben Konzert stand Felix Mendelssohn Bartholdys fünfte Sinfonie, die Reformationssinfonie, auf dem Programm.

Neben seiner musikalischen Tätigkeit verfügt Wehrle über umfangreiche Erfahrungen in der Kultur- und Veranstaltungsorganisation. Von Februar 2025 bis September 2026 war er im Kulturamt der Stadt Lauter-Bernsbach tätig. Dort verantwortete er unter anderem die Planung und Organisation kommunaler Kulturveranstaltungen, die Öffentlichkeitsarbeit, redaktionelle Aufgaben sowie die Entwicklung und Umsetzung eigener kultureller Projekte. Die Verbindung von künstlerischer Konzeption und organisatorischer Praxis prägt seither auch seine Arbeit als Orchesterleiter.

Seit Juni 2026 steht Stephan Dominikus Wehrle am Dirigentenpult des Bergmannsblasorchesters Aue-Bad Schlema. Neben der Pflege der traditionellen bergmännischen Blasmusik und des konzertanten Repertoires setzt er sich insbesondere für die musikalische Weiterentwicklung des Klangkörpers, eine differenzierte Orchesterarbeit und die Erschließung neuer Konzertliteratur ein.

Sein künstlerisches Selbstverständnis ist geprägt von der Überzeugung, dass Musik über stilistische und institutionelle Grenzen hinweg Menschen verbinden kann. Dabei versteht er die Arbeit mit Orchestern nicht allein als musikalische Interpretation, sondern ebenso als gemeinschaftlichen Prozess, in dem künstlerischer Anspruch, musikalische Ausdruckskraft und die Freude am gemeinsamen Musizieren zusammenfinden.